Eine Welt ohne Hunger

Der vierzigste Newsletter (2021).

Ang Kiukok (Phil­ip­pi­nen), Harvest, 2004.

Liebe Freund*innen,

 

Grüße aus dem Büro des Tricon­ti­nen­tal: Insti­tute for Social Rese­arch.

 

Am 1. Okto­ber wurde die Inter­na­tio­nale Versamm­lung der Völker (Inter­na­tio­nal People’s Asso­cia­tion, kurz IPA), ein Netz­werk von über 200 sozia­len und poli­ti­schen Bewe­gun­gen, der Öffent­lich­keit vorge­stellt. Die IPA geht auf ein Tref­fen zurück, das 2015 in Brasi­lien statt­fand und bei dem führende Persön­lich­kei­ten der Bewe­gun­gen zusam­men­ka­men, um über die gefähr­li­che Situa­tion in der Welt zu spre­chen. Bei diesem Tref­fen, das den Namen Dilem­mas of Huma­nity trug, wurde die Idee gebo­ren, die IPA und drei Part­ner­pro­zesse ins Leben zu rufen: ein Medi­en­netz­werk (Peop­les Dispatch), ein Netz­werk poli­ti­scher Schu­len (Inter­na­tio­nal Collec­tive of Poli­ti­cal Educa­tion) und ein Forschungs­in­sti­tut (Tricon­ti­nen­tal: Insti­tute for Social Rese­arch). Im Laufe der nächs­ten Monate werde ich mehr über die Geschichte der IPA und ihre allge­meine Ausrich­tung schreiben.

Jedes Jahr am 16. Okto­ber bege­hen die Verein­ten Natio­nen den Welt­ernäh­rungs­tag. In diesem Jahr werden die IPA, Peop­les Dispatch, das Inter­na­tio­nal Collec­tive of Poli­ti­cal Educa­tion und Tricon­ti­nen­tal: Insti­tute for Social Rese­arch eine poli­ti­sche Kampa­gne zur Been­di­gung des Hungers durch­füh­ren. Im Vorfeld dieses Tages hat Peop­les Dispatch in Zusam­men­ar­beit mit sechs Medi­en­platt­for­men bereits eine Reihe von Geschich­ten produ­ziert, die den Hunger in der heuti­gen Welt und den Wider­stand der Menschen dage­gen aufde­cken; das Inter­na­tio­nal Collec­tive of Poli­ti­cal Educa­tion führt eine Semi­nar­reihe mit dem Titel «Umwelt­krise und Kapi­ta­lis­mus» durch, in der Elemente einer nicht nach­hal­ti­gen Nahrungs­mit­tel­pro­duk­tion unter­sucht werden.

 

Es gibt nichts Obszö­ne­res als die Exis­tenz von Hunger, die schreck­li­che Demü­ti­gung, hart zu arbei­ten, aber nicht die Mittel zu haben, sich zu ernäh­ren. Aus diesem Grund haben wir Red Alert Nr. 12, «Eine Welt ohne Hunger», verfasst, um unser Denken über Hunger und Lebens­mit­tel zu schär­fen und unsere Kampa­gnen zur Been­di­gung des Hungers zu verstärken.

 

Warum gibt es in einer Welt des Über­flus­ses immer noch Hunger?

 

Hunger ist untragbar.

 

Der Hunger in der Welt, von 2005 bis 2014 auf dem Rück­zug, nimmt wieder zu; der Welt­hun­ger ist jetzt auf dem Stand von 2010. Die große Ausnahme ist China, das die extreme Armut im Jahr 2020 ausge­rot­tet hat. Der Bericht der Ernäh­rungs- und Land­wirt­schafts­or­ga­ni­sa­tion der Verein­ten Natio­nen (FAO) aus dem Jahr 2021, The State of Food Inse­cu­rity and Nutri­tion in the World, stellt fest, dass «fast jeder dritte Mensch auf der Welt (2,37 Milli­ar­den) im Jahr 2020 keinen Zugang zu ange­mes­se­ner Nahrung hatte – ein Anstieg um fast 320 Millio­nen Menschen in nur einem Jahr». Das Welt­ernäh­rungs­pro­gramm der Verein­ten Natio­nen geht davon aus, dass sich die Zahl der Hungern­den fast verdop­peln könnte, bevor die COVID-19-Pande­mie einge­dämmt ist, «wenn nicht schnell gehan­delt wird».

 

Wissenschaftler*innen weisen darauf hin, dass es keinen Mangel an Nahrungs­mit­teln für die Bevöl­ke­rung gibt: Tatsäch­lich ist das Gesamt­an­ge­bot an Kalo­rien pro Kopf in der Welt­be­völ­ke­rung gestie­gen. Die Menschen hungern nicht, weil es zu viele von uns gibt, sondern weil bäuer­li­che Subsistenzproduzent*innen auf der ganzen Welt von der Agrar­in­dus­trie von ihrem Land vertrie­ben und in die Slums der Städte gedrängt werden, wo der Zugang zu Nahrungs­mit­teln vom Einkom­men abhängt. Infol­ge­des­sen haben Milli­ar­den von Menschen nicht die Mittel, sich Lebens­mit­tel zu kaufen.

 

Alle histo­ri­schen Unter­su­chun­gen zeigen, dass Hungers­nöte nicht in erster Linie durch einen Mangel an Nahrungs­mit­teln verur­sacht werden, sondern durch fehlende Wege, an Nahrungs­mit­tel zu gelan­gen. Wie die FAO 2014 schrieb, «versa­gen die derzei­ti­gen Systeme der Nahrungs­mit­tel­pro­duk­tion und ‑vertei­lung bei der Ernäh­rung der Welt. Während die Land­wirt­schaft genug Nahrung für 12 bis 14 Milli­ar­den Menschen produ­ziert, leben etwa 850 Millio­nen Menschen – oder jeder achte Mensch auf der Welt – mit chro­ni­schem Hunger». Dieses Versa­gen lässt sich unter ande­rem daran able­sen, dass ein Drit­tel aller produ­zier­ten Lebens­mit­tel entwe­der bei der Verar­bei­tung und beim Trans­port verlo­ren geht oder verschwen­det wird. Es ist nicht die Über­be­völ­ke­rung, die den Hunger verur­sacht, wie oft behaup­tet wird, sondern viel­mehr die Ungleich­heit und ein profit­ori­en­tier­tes, von der Agrar­in­dus­trie domi­nier­tes Lebens­mit­tel­sys­tem, in dem das mate­ri­elle Grund­be­dürf­nis nach Nahrung für Hunderte von Millio­nen Menschen – mindes­tens – geop­fert wird, um den Profit­hun­ger eini­ger Weni­ger zu stillen.

 

Quam­rul Hassan (Bangla­desch), Three Women, 1955.

Was ist Ernährungssouveränität?

 

Seit 1996 sind die beiden Begriffe Ernäh­rungs­si­cher­heit und Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät in aller Munde.

 

Die Idee der Ernäh­rungs­si­cher­heit, die aus anti­ko­lo­nia­len und sozia­lis­ti­schen Kämp­fen hervor­ge­gan­gen ist und auf der Welt­ernäh­rungs­kon­fe­renz der FAO (1974) formell fest­ge­legt wurde, ist eng mit der Idee der natio­na­len Nahrungs­mit­tel­selbst­ver­sor­gung verbun­den. Im Jahr 1996 wurde das Konzept der Ernäh­rungs­si­cher­heit im Rahmen der Erklä­rung von Rom erwei­tert, um die Bedeu­tung des wirt­schaft­li­chen Zugangs zu Nahrungs­mit­teln in den Mittel­punkt zu rücken, und die Regie­run­gen verpflich­te­ten sich, durch eine entspre­chende Einkom­mens- und Vertei­lungs­po­li­tik die Versor­gung aller Menschen mit Nahrungs­mit­teln zu gewährleisten.

 

In den frühen 1990er Jahren wurde die Idee der Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät von La Via Campe­sina geprägt, einem inter­na­tio­na­len Netz­werk, dem heute 200 Millio­nen Bauern und Bäue­rin­nen aus 81 Ländern ange­hö­ren, und das nicht nur fordert, dass Regie­run­gen Nahrungs­mit­tel liefern, sondern auch, dass Menschen in die Lage versetzt werden, Grund­nah­rungs­mit­tel zu produ­zie­ren. Die Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät wurde im Zusam­men­hang mit der Schaf­fung eines Land­wirt­schafts- und Lebens­mit­tel­sys­tems defi­niert, das «das Recht der Menschen auf gesunde und kultu­rell ange­mes­sene Lebens­mit­tel, die mit nach­hal­ti­gen Metho­den erzeugt werden, und ihr Recht, ihre eige­nen Lebens­mit­tel- und Land­wirt­schafts­sys­teme zu bestim­men», sichert.

 

Mehr als ein Jahr­zehnt später veran­stal­te­ten La Via Campe­sina, der World March of Women und verschie­dene Umwelt­grup­pen im Jahr 2007 in Nyéléni (Mali) das Inter­na­tio­nale Forum für Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät. Auf diesem Forum erar­bei­te­ten sie sechs Kern­kom­po­nen­ten der Ernährungssouveränität:

 

    1. Die Bedürf­nisse der Menschen und nicht die Bedürf­nisse des Kapi­tals in den Mittel­punkt stellen.
    2. Die Wert­schät­zung der Lebens­mit­tel­pro­du­zen­ten, insbe­son­dere durch die Schaf­fung von Maßnah­men, die die Landwirt*innen wert­schät­zen und ihre Lebens­grund­lage verbessern.

 

    1. Stär­kung des Lebens­mit­tel­sys­tems, indem sicher­ge­stellt wird, dass lokale, regio­nale und natio­nale Netz­werke mit denje­ni­gen zusam­men­ar­bei­ten, die Lebens­mit­tel produ­zie­ren, und denje­ni­gen, die Lebens­mit­tel konsu­mie­ren. Das würde die Betei­li­gung von Lebensmittelerzeuger*innen und ‑verbraucher*innen an der Schaf­fung und Repro­duk­tion von Lebens­mit­tel­sys­te­men stär­ken und sicher­stel­len, dass der Versuch, gerechte Lebens­mit­tel­märkte zu schaf­fen, nicht von minder­wer­ti­gen und unge­sun­den Lebens­mit­teln erdrückt wird.

 

    1. Die Kontrolle der Lebens­mit­tel­pro­duk­tion zu loka­li­sie­ren, d.h. denje­ni­gen, die Lebens­mit­tel produ­zie­ren, das Recht zur Bestim­mung darüber zu geben, wie das Land und die Ressour­cen orga­ni­siert werden.

 

    1. Der Aufbau von Wissen und Fähig­kei­ten, die das lokale Wissen über die Lebens­mit­tel­pro­duk­tion ernst nehmen und wissen­schaft­lich weiterentwickeln.

 

    1. Im Einklang mit der Natur zu arbei­ten und die Schä­di­gung der Ökosys­teme durch land­wirt­schaft­li­che Prak­ti­ken, die die Natur zerstö­ren, zu minimieren.
Asger Jorn (Däne­mark), Land­s­cape in Fink­idong, 1945.

Die Idee des «Loka­len» erfor­dert genaues Hinschauen auf die Hier­ar­chien von Klasse, Ethnie und Geschlecht; es gibt keine «lokale Gemein­schaft» oder «lokale Wirt­schaft», die nicht durch die Ausbeu­tung und Gewalt dieser Hier­ar­chien betrof­fen ist. Ebenso muss das lokale Wissen neben den Fort­schrit­ten der moder­nen Wissen­schaft gese­hen werden, deren Durch­brü­che im Bereich der Land­wirt­schaft nicht außer Acht gelas­sen werden dürfen. Was die Platt­form der Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät eint, ist die scharfe Linie, die sie zur Abgren­zung von der kapi­ta­lis­ti­schen Form der Nahrungs­mit­tel­pro­duk­tion zieht.

 

Der libe­ra­li­sierte Handel und die Speku­la­tion bei der Produk­tion und Vertei­lung von Nahrungs­mit­teln führen zu schwer­wie­gen­den Verzer­run­gen. Die Libe­ra­li­sie­rung des Handels birgt nicht nur die Gefahr billi­ge­rer Importe, die die Preise für Nahrungs­mit­tel drücken, sondern führt auch zu einer stär­ke­ren Preis­vo­la­ti­li­tät, da die inter­na­tio­na­len Preise auf die heimi­schen Märkte durch­schla­gen. Eine solche Libe­ra­li­sie­rung droht auch die Anbau­mus­ter in den Entwick­lungs­län­dern zu verän­dern, um den Anfor­de­run­gen reiche­rer Staa­ten gerecht zu werden, und unter­gräbt damit die Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät. Im Jahr 2010 warnte der ehema­lige UN-Sonder­be­richt­erstat­ter für extreme Armut und Menschen­rechte, Olivier De Schutter, vor der Art und Weise, wie Hedge­fonds, Pensi­ons­fonds und Invest­ment­ban­ken durch Speku­la­tio­nen mit Rohstoff­de­ri­va­ten der Land­wirt­schaft zuset­zen. Diese Finanz­me­tho­den, schrieb er, geschä­hen «prin­zi­pi­ell ohne Rück­sicht auf die Grund­la­gen des Agrar­mark­tes». Finanz­spe­ku­la­tio­nen in der Land­wirt­schaft sind ein Beispiel für die Miss­ach­tung eines ausge­wo­ge­nen Lebens­mit­tel­pro­duk­ti­ons­sys­tems, das sowohl den Erzeuger*innen als auch den Verbraucher*innen zugute kommt. Sie ermu­ti­gen, mit der Macht des Geldes das Lebens­mit­tel­pro­duk­ti­ons­sys­tem zu verfälschen.

Fernando Llort (El Salva­dor), Alegría eterna, 1976.

Das Konzept der Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät ist ein Argu­ment gegen diese Art von Verzer­rung, die auf der Land­nahme durch Agrar­kon­zerne beruht. Seit Beginn dieses Jahr­hun­derts haben Agrar­kon­zerne wie Unile­ver und Mons­anto die große globale Konso­li­die­rung der Agrar­kon­zerne und ihrer Besit­zun­gen voran­ge­trie­ben, die größte Massen­be­we­gung der Geschichte ausge­löst und dabei die Bezie­hung zwischen Menschen und Land zerstört.

 

Zwei Reso­lu­tio­nen der Verein­ten Natio­nen – eine zur Erklä­rung des Rechts auf Wasser (2010) und die andere zur Bekräf­ti­gung der Rechte der Bauern und Bäue­rin­nen (2018) – werden uns helfen, ein neues Agrar­sys­tem zu gestal­ten, das die Rechte der Erzeuger*innen (einschließ­lich des Zugangs zu Land) und den Respekt vor der Natur in den Mittel­punkt stellt und das Wasser als Gemein­gut und nicht als Ware behandelt.

Moham­med Wasia Charinda (Tansa­nia), Village River, 2007.

Wie schaf­fen wir ein gerech­tes System der Lebens­mit­tel­pro­duk­tion und ‑vertei­lung?

 

Die Bäuer*innen- und Landarbeiter*innenorganisationen haben hinrei­chende Kennt­nisse über das Versa­gen der kapi­ta­lis­ti­schen Form der Nahrungs­mit­tel­pro­duk­tion gewon­nen. Sie fordern eine andere Form, die auf einer brei­te­ren demo­kra­ti­schen Betei­li­gung am Aufbau und an der Repro­duk­tion von Nahrungs­mit­tel­sys­te­men besteht, eine Betei­li­gung, die das Eingrei­fen der Regie­run­gen einschließt und das der Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen oder des Privat­sek­tors ausschliesst. Aus ihren zahl­rei­chen Forde­run­gen haben wir die folgen­den Punkte herausdestilliert:

 

    1. Den Menschen wirt­schaft­li­che Macht geben durch:

 

a) die Durch­füh­rung einer Agrar­re­form für Bäue­rin­nen und Bauern, damit sie Zugang zu Land und Ressour­cen haben, um das Land zu bewirtschaften.

 

b) Entwick­lung geeig­ne­ter Produk­ti­ons­for­men, die – unter ande­rem – Formen kollek­ti­ven Handelns fördern, um Größen­vor­teile zu nutzen.

 

c) Einfüh­rung der loka­len Selbst­ver­wal­tung in länd­li­chen Gebie­ten, in denen die Bauern und Bäue­rin­nen die notwen­dige poli­ti­sche Macht haben, um eine Poli­tik zu gestal­ten, die ihrem Leben und dem Schutz des Ökosys­tems zugutekommt.

 

d) Stär­kung der sozia­len Siche­rungs­sys­teme, damit die Bäue­rin­nen und Bauern in schlech­ten Zeiten (schlech­tes Wetter, schlechte Ernten usw.) geschützt sind.

 

e) Aufbau öffent­li­cher Vertei­lungs­sys­teme mit beson­de­rem Schwer­punkt auf der Besei­ti­gung des Hungers.

 

f) Sicher­stel­lung der Versor­gung der öffent­li­chen Schu­len und Kinder­krip­pen mit gesun­den Lebensmitteln.

 

    1. Maßnah­men zur Renta­bi­li­tät der Land­wirt­schaft entwi­ckeln und umset­zen, die dazu dienen

 

a) das Dumping durch billi­gere Lebens­mit­tel aus den land­wirt­schaft­li­chen Syste­men des globa­len Nordens, die von massi­ven Subven­tio­nen profi­tie­ren, zu verhindern.

 

b) den Zugang länd­li­cher Erzeuger*innen zu erschwing­li­chen Bank­kre­di­ten auszu­wei­ten und von infor­mel­len Kredit­ge­bern zu entlasten.

 

c) eine Poli­tik zu schaf­fen, die Mindest­preise für land­wirt­schaft­li­che Erzeug­nisse gewährleistet.

 

d) öffent­lich finan­zierte, nach­hal­tige Bewäs­se­rungs­sys­teme, Trans­port­sys­teme, Lager­ein­rich­tun­gen und damit verbun­dene Infra­struk­tur zu entwickeln.

 

e) Lebens­mit­tel­pro­duk­tion des Genos­sen­schafts­sek­tors zu stär­ken und die Betei­li­gung der Bevöl­ke­rung an der Lebens­mit­tel­pro­duk­tion und den Vertriebs­sys­te­men zu fördern.

 

f) wissen­schaft­li­che und tech­ni­sche Kapa­zi­tä­ten für eine nach­hal­tige und ökolo­gi­sche Land­wirt­schaft aufzubauen.

 

g) Patente auf Saat­gut abzu­schaf­fen und die recht­li­chen Rahmen­be­din­gun­gen zum Schutz einhei­mi­schen Saat­guts vor der Kommer­zia­li­sie­rung durch die Agro­in­dus­trie zu fördern.

 

h) moderne land­wirt­schaft­li­che Betriebs­mit­tel zu erschwing­li­chen Prei­sen bereitzustellen.

 

    1. Gestal­tung eines demo­kra­ti­schen inter­na­tio­na­len Handels­sys­tems durch

 

a) Demo­kra­ti­sie­rung der Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­tion, was Folgen­des beinhal­ten würde:

 

- Stär­kere natio­nale Betei­li­gung der Länder des Globa­len Südens an der Ausar­bei­tung der Verhand­lungs­re­geln, größere Offen­heit des Verhand­lungs­pro­zes­ses (einschließ­lich der Veröf­fent­li­chung von Berich­ten und der Aushand­lung von Texten) und stär­kere Betei­li­gung von Bäuer*innenorganisationen am Prozess der Regelsetzung.

 

- Mehr Trans­pa­renz bei den Mecha­nis­men für Handels­strei­tig­kei­ten. Dazu gehört die recht­zei­tige Bekannt­gabe von Streit­fäl­len und der Form der Schlich­tung sowie die öffent­li­che Bekannt­gabe von gericht­li­chen Entscheidungen.

 

b) Gerin­gere Abhän­gig­keit bei der Gestal­tung der Poli­tik und der Beile­gung von Strei­tig­kei­ten von mäch­ti­gen Platt­for­men des globa­len Nordens wie der Orga­ni­sa­tion für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Entwick­lung und dem Inter­na­tio­na­len Zentrum zur Beile­gung von Inves­ti­ti­ons­strei­tig­kei­ten der Welt­bank. Diese Gremien werden vom Globa­len Norden kontrol­liert und arbei­ten fast ausschließ­lich im Inter­esse der im Globa­len Norden ansäs­si­gen multi­na­tio­na­len Konzerne.

Rabee Baghshani (Iran), Concert, 2016.

Diese Vorschläge finden sich auch in der poli­ti­schen Platt­form der IPA wieder; folgt unbe­dingt ihren verschie­de­nen Social-Media-Kanä­len auf Face­book, Twit­ter und Insta­gram, wo weitere Infor­ma­tio­nen über die Akti­vi­tä­ten rund um die Kampa­gne zur Been­di­gung des Hungers bekannt gege­ben werden.

 

Herz­lichst,

 

Vijay

Aus dem Engli­schen von Claire Louise Blaser.