Max Rodermund
1. April 2025
Dieser Artikel wurde für ein internationales Symposium unter dem Titel „Wissenschaftliche Methode und gesellschaftlicher Wandel“ erarbeitet, an dem die IFDDR im März 2026 in Bern, in der Schweiz, teilgenommen hat.
Mein Beitrag behandelt die Frage der Bedeutung des bewussten Elements für den Aufbau des Sozialismus am konkreten Beispiel der Deutschen Demokratischen Republik. Dafür will ich zunächst einige Grundgedanken des dialektischen Materialismus voranstellen, die aus meiner Sicht zentral sind, um das qualitativ neue Verhältnis der Menschen zur eigenen Geschichte im Sozialismus zu diskutieren.
Teil I – Das Ende der Vorgeschichte der Menschheit
„Alles was besteht, ist wert, daß es zugrunde geht“1, so schrieb Friedrich Engels 1886 in seiner Schrift „Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen Deutschen Philosophie“ und brachte damit den ganzen revolutionären Charakter der Philosophie Hegels auf den Punkt. Vor der dialektischen Philosophie, so Engels „[…] besteht nichts Endgültiges, Absolutes, Heiliges; sie weist von allem und an allem die Vergänglichkeit auf, und nichts besteht vor ihr als der ununterbrochene Prozeß des Werdens und Vergehens, des Aufsteigens ohne Ende vom Niedern zum Höhern […]“.2 Hierin liegt bis heute die gewaltige revolutionäre Kraft dieser Weltanschauung, die jeder bestehenden Ordnung ihre notwendige Vergänglichkeit entgegenschleudert. Es ist die Grundlage für einen historischen Optimismus, der – sobald er die Massen ergreift – zur Waffe gegen das Bestehende wird. Die dialektische Philosophie richtet gleichsam eine scharfe Kritik an die Vorstellung von Absolutem und Endgültigem, denn dieser Gang der Entwicklung kennt kein Ende, keinen Idealzustand und keine „vollkommene Gesellschaft“, die nur in der Phantasie besteht. Das einzige absolute dieser Weltanschauung ist ihr „revolutionärer Charakter“.3 Ebenso wenig wie die Geschichte kennt auch die Erkenntnis und Wissenschaft keinen Abschluss und keine absolute Wahrheit, sondern ist in einem anhaltenden Prozess des Aufsteigens vom Niederen zum Höheren begriffen, eine asymptotische Annäherung an die Wirklichkeit, ohne je an den „[…] Punkt zu gelangen, wo sie nicht mehr weiter kann, wo ihr nichts mehr übrigbleibt, als die Hände in den Schoß zu legen und die gewonnene absolute Wahrheit anzustaunen.“4
An diesem Grundgedanken, „daß die Welt nicht als ein Komplex von fertigen Dingen zu fassen ist, sondern als ein Komplex von Prozessen, worin die scheinbar stabilen Dinge nicht minder wie ihre Gedankenabbilder in unserm Kopf, die Begriffe, eine ununterbrochene Veränderung des Werdens und Vergehens durchmachen, in der bei aller scheinbaren Zufälligkeit und trotz aller momentanen Rückläufigkeit schließlich eine fortschreitende Entwicklung sich durchsetzt“5, schieden sich seit Hegel und auch bis heute die Philosophen in zwei Lager. Entweder sie trugen dem unweigerlichen Untergang des Bestehenden Rechnung und wurden somit im Kern revolutionär, oder sie vertraten Apologetik und blieben insofern objektiv konservativ.
Welch Aktualität und Kraft stecken auch heute in dieser Erkenntnis! Die Offensichtlichkeit vom Ende des „Endes der Geschichte“, ist ein schlagender Beweis für diesen scheinbar einfachen und doch großen Grundgedanken dialektischer Philosophie. Wie sehr zeigt sich, dass die politischen Führungen der westlichen Welt, wie auch ihre intellektuelle Elite zu keinerlei historischer Perspektive fähig sind, und außer Heilsversprechen nichts als eine pessimistische Aussichtslosigkeit anzubieten wissen, die als lähmender Schleier eine depressive Grundstimmung in der Gesellschaft verbreitet.
Engels sah den großen Verdienst des philosophischen Systems Hegels darin, dass er die ganze natürliche, geschichtliche und geistige Welt als einen Prozess, d. h. in steter Bewegung, Veränderung, Umbildung und Entwicklung begriffen und dargestellt hatte und sogleich den Versuch unternommen hatte, den inneren Zusammenhang in dieser Bewegung und Entwicklung nachzuweisen.6 „Von diesem Gesichtspunkt aus“, so Engels in seinem Text „Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft“ aus dem Jahr 1880, „erschien die Geschichte der Menschheit nicht mehr als ein wüstes Gewirr sinnloser Gewalttätigkeiten, die vor dem Richterstuhl der jetzt gereiften Philosophenvernunft alle gleich verwerflich sind und die man am besten so rasch wie möglich vergißt, sondern als der Entwicklungsprozeß der Menschheit selbst, dessen allmählichen Stufengang durch alle Irrwege zu verfolgen und dessen innere Gesetzmäßigkeit durch alle scheinbaren Zufälligkeiten hindurch nachzuweisen jetzt die Aufgabe des Denkens wurde.“7
Bestätigt und beeinflusst von den großen naturwissenschaftlichen Entdeckungen ihrer Zeit, allen voran Darwin der den langen Entwicklungsprozess organischer Materie nachgewiesen hatte, galt es die Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung in der menschlichen Geschichte zu ergründen. Und diese Überlegung schien paradox, denn im Unterschied zur Natur sind in der Gesellschaft, wie Engels festhielt: „[…] die Handelnden lauter mit Bewußtsein begabte, mit Überlegung oder Leidenschaft handelnde, auf bestimmte Zwecke hinarbeitende Menschen; nichts geschieht ohne bewußte Absicht, ohne gewolltes Ziel. Aber dieser Unterschied, so wichtig er für die geschichtliche Untersuchung namentlich einzelner Epochen und Begebenheiten ist, kann nichts ändern an der Tatsache, daß der Lauf der Geschichte durch innere allgemeine Gesetze beherrscht wird. Denn auch hier herrscht auf der Oberfläche, trotz der bewußt gewollten Ziele aller einzelnen, im ganzen und großen scheinbar der Zufall. […] Wo aber auf der Oberfläche der Zufall sein Spiel treibt, da wird er stets durch innre verborgne Gesetze beherrscht, und es kommt nur darauf an, diese Gesetze zu entdecken.“8
Ausgehend von der Gewissheit einer Gesetzmäßigkeit der Entwicklung menschlicher Daseinsweise, suchten Marx und Engels nach deren Triebkräften und richteten ihren Blick nicht auf die Ideen und Vorstellungswelt vermeintlich großer Vordenker, sondern auf die Grundlagen menschlicher Existenz, ihren materiellen Lebensprozess, denn „die Menschen haben Geschichte, weil sie ihr Leben produzieren müssen“9, wie Marx und Engels bereits 1845 in der Deutschen Ideologie schrieben und so den materialistischen Kern ihrer dialektischen Anschauungsweise bestimmten. Die Produktionsweise bildet die jeweilige Grundlage aus denen sich Interessen und Motivationen ergaben, die nicht nur einzelne Menschen, sondern „große Massen, ganze Völker und in jedem Volk wieder ganze Volksklassen in Bewegung setzten; und auch dies nicht momentan zu einem vorübergehenden Aufschnellen und rasch verlodernden Strohfeuer, sondern zu dauernder, in einer großen geschichtlichen Veränderung auslaufender Aktion.“10
In der bisherigen Geschichte kam es zur jedesmaligen Revolutionierung der für den Stand der Produktivkraftentwicklung zu eng gewordenen Produktionsverhältnissen. Dabei handelte es sich um einen im ganzen unbewussten Prozess, der sich allerdings nur über die subjektive Tätigkeit der gesellschaftlichen Individuen bahnbrechen und sich nur vermittels dieser Tätigkeit durchsetzen konnte.
In den vorsozialistischen Formationen wirken diese Gesetze also, ohne dass das Handeln der Menschen bewusst auf ihre Durchsetzung gerichtet ist. Sie treten dem Menschen als etwas Fremdes, ihn Beherrschendes gegenüber. Dieses Verhältnis zwischen der bewussten Tätigkeit der Individuen und dem Entwicklungsgang der Gesellschaft im Ganzen kehrt sich mit dem Sozialismus um. Mit dem Kapitalismus „schließt daher die Vorgeschichte der menschlichen Gesellschaft ab“11, so Marx. Und Engels formulierte diese qualitativ neue Beziehung der Menschen zu ihrer eigenen Geschichte im Sozialismus noch schärfer: „Die objektiven, fremden Mächte, die bisher die Geschichte beherrschten, treten unter die Kontrolle der Menschen selbst. Erst von da an werden die Menschen ihre Geschichte mit vollem Bewußtsein selbst machen, erst von da an werden die von ihnen in Bewegung gesetzten gesellschaftlichen Ursachen vorwiegend und in stets steigendem Maß auch die von ihnen gewollten Wirkungen haben. Es ist der Sprung der Menschheit aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit.“12
Teil II – Die DDR: Der Plan als gesellschaftliches Verhältnis
In diesem letzten Zitat von Engels steckt ein doppelter Gedanke. Einerseits schafft die gesellschaftliche Inbesitznahme der Produktionsmittel und ihre planmäßige Inbetriebnahme die Voraussetzung dafür, um in ein bewusstes Verhältnis zur eigenen geschichtlichen Entwicklung zu treten. Andererseits erfordert die gesellschaftliche Fortentwicklung im Sozialismus zugleich die wachsende bewusste Durchdringung und Beherrschung der neuen Produktionsverhältnisse durch die gesamte Gesellschaft. Diesen Zusammenhang macht auch Lenin in seiner Rede zum Dekret über den Frieden, gehalten direkt nach dem Sieg der Oktoberrevolution am 8. November 1917 deutlich: „Die Bourgeoisie hält nur dann einen Staat für stark, wenn er mit der ganzen Macht des Regierungsapparates die Massen dorthin zu dirigieren vermag, wohin es die bürgerlichen Machthaber wünschen. Unser Begriff von Stärke ist ein anderer. Nach unserer Auffassung ist es das Bewusstsein der Massen, das den Staat stark macht. Er ist stark, wenn die Massen alles wissen, über alles urteilen können und alles bewusst tun.“13 Und in den Worten des philosophischen Wörterbuchs der DDR: „Ohne die auf ihre Durchsetzung gerichtete bewußte Tätigkeit der Menschen können die ökonomischen Gesetze des Sozialismus nicht voll wirksam werden. Die bewußte Tätigkeit der Menschen wird damit selbst zu einer notwendigen (spezifischen) Bedingung für die volle Wirksamkeit der ökonomischen Gesetze des Sozialismus.“14
Diese Perspektive auf die Geschichte des Aufbaus des Sozialismus der DDR, die dessen Gelingen an der zunehmend bewussten Aktion der handelnden Subjekte koppelt, erweist sich als überaus produktive Brille, von der aus Probleme und Widersprüche dieser Entwicklung, und letztlich auch die Gründe der Niederlage des Sozialismus in Europa untersucht werden können. Ich will diesen vielleicht etwas abstrakt anmutenden Gedanken deshalb auf die konkrete Entwicklung der DDR beziehen und dabei vorrangig auf ein Problem bei der Durchsetzung der Planwirtschaft eingehen.
Das Wörterbuch der Ökonomie des Sozialismus aus der DDR hielt fest: „Privateigentum an den Produktionsmitteln trennt die Warenproduzenten und bringt Konkurrenz und Anarchie der Produktion hervor. Das gesellschaftliche Eigentum vereinigt die zahlreichen Betriebe zu einem einheitlichen volkswirtschaftlichen Ganzen, in dem das Ganze ebenso wie seine Glieder und Zellen einem einheitlichen Ziel, dem höchsten volkswirtschaftlichen Nutzen zum Wohle der sozialistischen Gesellschaft untergeordnet sind.“15 Soweit in der Theorie. Die Einheit zwischen den Gesamtinteressen der Gesellschaft einerseits und den Einzelinteressen der ökonomischen Subjekte, sowohl auf der Ebene der Betriebe als auch der einzelnen Werktätigen andererseits war nicht einfach dadurch bereits gegeben, weil man es theoretisch postuliert hatte, sie musste aktiv hergestellt werden. Deutlich wird das am Problem der sogenannten „weichen Pläne“ und der Auseinandersetzungen um Arbeitsnormen.
Die Planaufstellung war ein iterativer Prozess zwischen der staatlichen Plankommission und jeweils darunter liegenden Wirtschaftseinheiten, von den Industrieministerien weiter über die branchenspezifischen Vereinigungen Volkseigener Betriebe zu den Volkseigenen Betrieben selbst und schließlich hin zu einzelnen Arbeitsbrigaden innerhalb eines Betriebes. Im Prozess der Abstimmung über zu erfüllende Plankennziffern zeigte sich bereits zu Beginn der 1950er Jahre die Tendenz eines in der DDR bezeichneten „Betriebsegoismus“, der die Festlegung möglichst niedriger Planvorgaben und das Horten von Material und Arbeitskraftkapazitäten bedeutete. Die Betriebe wollten so die Erfüllung und Übererfüllung der Planvorgaben, und damit den Zugriff auf Prämienmittel absichern. Wenngleich kein antagonistischer Widerspruch, so zeigte sich doch ein Interessenskonflikt zwischen gesamtgesellschaftlichen Zielen und dem ökonomischen Handeln auf Ebene der Betriebe.
Ein gleichartiges Phänomen zeigte sich im Konflikt um die Arbeitsnormen, die als Leistungsvorgaben für die einzelnen Arbeiter die Übersetzung des Planes auf die konkrete Produktion ermöglichten. Die Steigerung der Arbeitsproduktivität ebenso wie die Beschleunigung des Arbeitsprozesses durch die Anwendung neuer Arbeitsmethoden und Maschinen, machte die stetige Anpassung der Normen im zentralen Planungsprozess notwendig. Das bot Konfliktpotential, denn der einzelne Arbeiter war mitunter darauf aus, die Normen möglichst niedrig, und somit ihre Erfüllung einfach zu halten, um Prämien zu sichern und den Arbeitsdruck zu minimieren.
Im Großen spiegelte sich dieser Konflikt in der Allokation der gesellschaftlichen Investitionsmittel. Lag hier mit Bezug auf Marx und in Hinblick auf die Notwendigkeit zur langfristigen und beschleunigten Entwicklung der Produktivkraft der Gesellschaft die Priorität auf der Produktion von Produktionsmitteln gegenüber Konsumgütern, gab es einen stetigen und konkreten Druck zur Erhöhung des Lebensstandards, d.h. zur Steigerung des Konsumniveaus der Bevölkerung. Zu keinem geringen Anteil, aber nicht nur, ist dieser Konflikt erklärbar durch den Druck, der aus Westdeutschland erzeugt wurde.
Die Abkopplung des Einzelnen von der gesellschaftlichen Gesamtarbeit wurde von Marx mit Blick auf die kapitalistischen Produktionsverhältnisse als Entfremdung beschrieben. Im Kapitalismus sind die Arbeiter nicht Herren ihres Produkts und sind auf Grund ihrer Stellung innerhalb des gesellschaftlichen Reproduktionsprozesses nicht in der Lage die Folgen ihrer eigenen gesellschaftlichen Tätigkeit durchschauen zu können. Aus dem Produktionsprozess und seinem Grundwiderspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung entstand nicht nur die Entfremdung des Arbeiters von seinem Arbeitsprodukt, sondern es ergab sich auch die Entfremdung des Menschen von dem Menschen, dadurch dass sich der gesellschaftliche Zusammenhang der verschiedenen Einzelarbeiten dem Arbeiter nicht erschloss. Mit der Herausbildung einer zunehmend bewussten Relation zwischen den Einzelarbeiten zur gesellschaftlichen Gesamtarbeit im Sozialismus, war also auch konkret die Aufhebung der auf Grundlage der Klassengesellschaften entstandenen und im Kapitalismus zugespitzten Entfremdungserfahrung verbunden.
Der Druck zur Überwindung einer auf Entfremdung beruhenden Haltung des Einzelnen zur Arbeit trat entlang der Notwendigkeit zur Steigerung der Arbeitsproduktivität am schärfsten zu Tage. Wie konnten die gesellschaftlichen Gesamtinteressen mit den konkreten Interessen der Werktätigen in Übereinstimmung gebracht werden? Schon der Prozess der antifaschistisch-demokratischen Umwälzung nach 1945 war mit einer Fülle von Maßnahmen und neuen gesellschaftlichen Funktionsmechanismen verbunden, die dieses neue Verhältnis des Einzelnen zur gesellschaftlichen Entwicklung begannen, zu verändern. Bevor ich auf das konkrete Problem der „weichen Pläne“ und der Steigerung der Arbeitsproduktivität zurückkomme, möchte ich den Blick auf drei kurze, lebendige Beispiele werfen.
Bereits die Enteignung der Unternehmen von Nazi- und Kriegsverbrechern, die im Herbst 1945 durch die sowjetische Militäradministration angeordnet war, wurde zur Massenaktion entwickelt. In den Betrieben wurden sogenannte Sequesterkommissionen aus Arbeitern und Angestellten gebildet, die selbst eine erste Prüfung der Verwicklung ihrer Eigentümer mit dem deutschen Faschismus vornehmen sollten. Die Kommissionen ermittelten, indem sie Geschäftsunterlagen prüften, Arbeiter und Angestellte befragten und den beschuldigten Unternehmern Gelegenheit gaben, sich zu rechtfertigen. Diese Form der Arbeiterkontrolle ermöglichte zudem eine Übersicht über tatsächliche Vermögenswerte.16 Ein weiteres schlagendes Beispiel zeigte sich in der Durchführung der Bodenreform im Herbst 1945, mit der die jahrhundertealten Besitzverhältnisse auf dem Land umgewälzt und die spezifisch reaktionäre Schicht der feudalkapitalistischen Junker beseitigt wurde. In Dorfversammlungen wurden Bodenreformkommissionen gewählt, die selbst ermittelten, welche Güter zu enteignen waren und die die Verteilung des Bodens unter die Landarbeiter, Umsiedler und Kleinbauern organisierten.17 Ein weiteres prägnantes Beispiel waren die vor allem ab 1950 sich zur Masseninitiative entwickelnden Hausfrauenbrigaden. Angestoßen vom Demokratischen Frauenbund wurde die Selbstorganisierung der im privaten und häuslichen Umfeld vereinzelten, nicht berufstätigen Frauen vorangetrieben, um sie an den Produktionsprozess heranzuführen. Die Konflikte, die eine solche Bewegung insbesondere bei Männern hervorbrachte, die von der Idee der Berufstätigkeit ihrer Frauen nicht überzeugt waren, waren vorprogrammiert und mussten konkret bearbeitet und gelöst werden.18
Das qualitativ Neue des Sozialismus gegenüber auch aktuellen Erfahrungen kapitalistischer Systeme springt sofort ins Auge. Die Umsetzung und das Gelingen einzelner gesellschaftlicher Veränderungen und insbesondere großer Umbrüche, waren notwendig an die bewusste und aktive Teilnahme der Massen geknüpft. Die politische Leitung und die gesellschaftlichen Umwälzungen wurden zu einem relevanten Teil in die Hände breiter Bevölkerungsschichten gelegt. Diese Prozesse, wie die Bodenreform, die Enteignung der Nazi- und Kriegsverbrecher oder das selbstorganisierte Heranführen der Frauen an den Produktionsprozess, wurden zu Momenten kollektiver Erziehung und Selbsterziehung zu politischen Subjekten. Hier wurden Grundlagen für das gelegt, was in der DDR auch unter dem Begriff des „Staatsbewusstseins“ diskutiert wurde, d. h. der Überwindung der Kluft zwischen Individuum, Gesellschaft und Staat. Die Herausbildung und Festigung von Formen sozialistischer Demokratie bilden den Kern zur Überwindung kapitalistischer Entfremdungserfahrung. Abgesehen von der bewussten Geschichtsfälschung gibt es einen zusätzlichen Grund dafür, warum das Haupturteil über die DDR darin liegt, dass sie undemokratisch gewesen sei. Der Sozialismus wird am Maßstab bürgerlicher Demokratie und seiner letztlich auch nur im Ideal verwirklichten Form der Gewaltenteilung, des Parteienpluralismus und des Parlamentarismus gemessen. Die historisch neue Qualität sozialistischer Demokratie, die nicht nur die bürgerliche Grenze des Privateigentums beseitigt, sondern das aktive Mitdenken und die gesellschaftliche Tätigkeit erfordert, ist mit dem historisch spezifischen Vokabular kapitalistischer Demokratie nicht umfänglich zu erfassen.
Kommen wir zurück auf die Ebene der volkseigenen Betriebe und dem Konflikt zwischen Einzel- und Gesamtinteressen, der sich im Problem der „weichen Pläne“ und der Steigerung der Arbeitsproduktivität gezeigt hatte. Eine Vielzahl von Maßnahmen und Strukturveränderungen rund um den Arbeitsplatz sollten eine Stärkung von „Eigentümerbewusstsein“ und eine neue Haltung zur Arbeit befördern. Im Mittelpunkt stand dabei die Arbeitsbrigade als Ort zur kollektiven Selbsterziehung und als Korrektiv, wobei beispielsweise die „Bewegung sozialistischer Brigaden“ ab 1959 als Vorbild einer neuen sozialistischen Arbeitsmoral vorangehen sollte. Einzeldasein und Konkurrenzdenken sollten überwunden werden. Anstatt beispielsweise besondere Erfahrungen zur Vereinfachung des Arbeitsprozesses als eigenen Konkurrenzvorteil für sich zu behalten, sollte ein ständiger kollektiver Austausch Produktionserfahrungen verallgemeinern. Als weiteres Instrument dienten beispielsweise Produktionsberatungen in den Betrieben, die eine direkte Mitwirkung an der Planerfüllung, über die konkrete Diskussion bei der Planerstellung hinaus, stärken sollten. Als weitere Maßnahme wurden Aktivistenbewegungen und sozialistische Wettbewerbe ins Leben gerufen, d. h. Kampagnen, die als politisch-moralische Mobilisierung, eine Veränderung der Haltung zur Arbeit erwirken sollten. Bekannte Beispiele sind die Hennecke-Bewegung von 1948, nach dem Vorbild Stachanows aus der Sowjetunion, oder der Leitspruch einer Kampagne zur Normübererfüllung von Ende 1953: „so wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben“. Höhepunkt dieser als Kulturrevolution weit über den Bereich der Produktion hinausreichenden Bewegung in der DDR bildete der V. Parteitag der SED im Jahr 1958, auf dem neben den sogenannten „zehn Geboten sozialistischer Moral“ insbesondere die kulturelle Aktivierung der Werktätigen auf der Grundlage konkreter Verbindungen von Schriftstellern und Kulturschaffenden mit Arbeitsbrigaden befördert werden sollten.
Heute werden einige dieser kampagnenartigen Versuche zur Aktivierung und Agitation der Werktätigen vielfach belächelt. Und sicherlich waren die Wirkungen solcher Kampagnen begrenzt. Einige ließen sich nicht mobilisieren oder ihnen waren die Agitationsversuche teilweise auch lästig. Feststellbar ist, dass sozialistische Wettbewerbe oder andere Kampagnen zumindest kurzfristig tatsächliche Steigerungen der Arbeitsproduktivität erwirken konnten.19 Entscheidender scheint mir das tatsächlich neu strukturierte Arbeitsumfeld in den Betrieben. Neben den Brigadekollektiven als Kern sozialistischer Produktionsverhältnisse wurde der Betrieb mit allen gesellschaftlichen Bereichen fest verflochten. So wurden u. a. zwischen Schulen und Betrieben Patenschaften geschlossen, auf deren Grundlage Schulklassen die Arbeit in der Produktion kennenlernten. Auch zwischen Industriebetrieben und Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften bestanden Patenschaftsverträge, um zu Stoßzeiten im Jahr Erntehilfe zu organisieren. Kulturveranstaltungen und Urlaub wurden über die Betriebe und die Gewerkschaft organisiert, und vieles weitere mehr. So entstand ein weitverzweigtes gesellschaftliches Umfeld aus miteinander verflochtenen Institutionen, angefangen beim Schul- und Bildungswesen, über Wohnbereichsorganisationen, den demokratischen Organen der DDR bis zu den breiten politischen Massenorganisationen. Diese neue Organisationsstruktur der Gesellschaft konnte über eine längere Phase allmählich das Entstehen eines neuen Denkens und Handelns befördern. Einfach, d. h. innerhalb kurzer Zeit war der Konflikt zwischen Einzel und Gesamtinteressen, zwischen Individuum und Gesellschaft und Staat aber nicht zu lösen.
Parallel zu den bisher vorgestellten Mechanismen und Strukturen gab es einen weiteren Komplex, der sich unter dem Schlagwort der „materiellen Interessiertheit“ zusammenfassen lässt. Dieser Weg scheint zunächst paradox. Indem individuelle, „egoistischen“ Interessen gefördert würden, sollten durch eine Steigerung der Produktivität zugleich auch die Gesamtinteressen verwirklicht werden. Im besten Fall würde sich im Ergebnis beim Einzelnen trotzdem ein stärkeres Bewusstsein über den Zusammenhang der eigenen Arbeitsleistung und der Entwicklung der Gesellschaft einstellen. Insofern wurden Leistungslohn oder Prämien und verschiedene weitere Mechanismen materieller Anreize nicht in einem Gegensatz zu „moralischen Anreizen“ betrachtet, sondern sollten die gesellschaftliche Erziehung der Menschen ergänzen. Mit der Wirtschaftsreform der 1960er Jahre wurde das System „materieller Interessiertheit“ stark ausgedehnt. Ein Blick auf diese Maßnahmen bietet eine interessante Grundlage, um diese zweite Strategie zur Überwindung des Konfliktes zwischen persönlichen und gesellschaftlichen Gesamtinteressen im Planungsprozess zu untersuchen.
Dem Leitspruch des sowjetischen Reformers Liberman folgend, wonach „was der Gesellschaft nützt, auch dem einzelnen sozialistischen Betrieb und den Werktätigen des Betriebes nützen muss“, wurde in der DDR 1963 das Reformprojekt des Neuen Ökonomischen Systems der Planung und Leitung (NÖSPL oder kurz NÖS) eingeführt. Mit Hilfe eines Systems ökonomischer Hebel sollten Anreize geschaffen werden, um die individuelle Arbeitshaltung so zu orientieren, dass sie gleichsam wirksamer auf die Gesamtinteressen gerichtet waren. Es sollte das Interesse zur Sparsamkeit und zur Steigerung der Produktivität auf Betriebsebene und auf der Ebene der einzelnen Beschäftigten erhöht werden. Der Gewinn der Betriebe wurde zur zentralen Messgröße wirtschaftlichen Erfolgs. Ich kann an dieser Stelle nicht auf Details eingehen und wie ihr vermutlich wisst scheidet dieses Reformprojekt bis heute die Geister, nicht zuletzt der ehemaligen Funktionäre und Verantwortungsträger der DDR. Ich möchte dazu nur folgenden Gedanken einbringen.
Bekanntermaßen sah auch Marx in den „Randglossen zum Gothaer Programm“ von 1875, dass in einer ersten Phase der kommunistischen Gesellschaft das sittliche, ökonomische und geistige Erbe des Kapitalismus dazu führen müsse, dass die Allokation von Konsummitteln nach Maßgabe der Arbeitsleistung organisiert werde. Erst „nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbedürfnis geworden“20, könnte dieser enge bürgerliche Rechtshorizont überwunden werden. Marx hat damit diesen Widerspruch der ersten Phase der Planwirtschaft, den wir in der DDR in allergröbsten Zügen gezeigt haben, schon antizipiert, den Zusammenhang aus der Entwicklung von Bewusstheit und Voranschreiten des Sozialismus skizziert und auch die Notwendigkeit materieller Anreize in Form eines leistungsabhängigen Anteils am gesellschaftlichen Gesamtprodukt begründet.
Insofern erscheint die Einführung ökonomischer Anreize eine notwendige Reaktion auf das Problem einer noch unterentwickelten allgemeinen Bewusstheit über den Zusammenhang von Einzel- und Gesamtinteressen zu sein. Tatsächlich kann eine transparente Relation zwischen der eigenen Arbeitsleistung und dem Zugriff auf die gesellschaftlich hergestellten Konsummittel ebenso den Zusammenhang zwischen Individuum und Gesellschaft, d. h. Eigentümerbewusstsein vermitteln. Die im wachsenden Maße adäquate Abbildung der Leistung im Lohn stellte für die DDR allerdings ein kompliziertes Problem dar. Es erforderte, die sehr unterschiedlichen und sich teilweise dynamisch verändernden Einzelarbeiten in zunehmend adäquate Relationen zueinander setzen zu können. Komplizierte und einfache Arbeit, Hand- und Kopfarbeit mussten erfassbar und vergleichbar gemacht werden. Mit anderen Worten: die gesamtgesellschaftliche und zentrale Durchdringung der wirtschaftlichen Prozesse und der Proportionen der Arbeit musste vertieft werden, um Leistungsgerechtigkeit zunehmend herstellen zu können. Und hierin liegt, so würde ich es nach meinem Kenntnisstand beurteilen, tatsächlich das Problem des Reformprojektes der 60er Jahre in der DDR. Das spezifische Anreizsystem des NÖS basierte auf tendenziell dezentral wirksamen Mechanismen, Prämien wurden an den Gewinn des einzelnen Betriebes gekoppelt. Die vorhandenen Disproportionen in der Planung wurden durch die Verlagerung der Planung von der zentralen auf untere Planungsebenen tendenziell verstärkt, und die direkte Verbindung des Leistungslohns zum gesellschaftlichen Gesamtprodukt konnte nicht gefestigt und insofern die Herausbildung einer neuen Arbeitsmoral damit nicht wirksam befördert werden. Entscheidend scheint nicht, dass im Prozess des Aufbaus des Sozialismus immer wieder auch Rückschritte im gesellschaftlichen Mechanismus der Planung notwendig werden. Problematisch scheint vielmehr, dass ein Rückschritt nicht als solcher erkannt, sondern fortan theoretisch mit dem Konzept der „sozialistischen Warenproduktion“ legitimiert wurde.
Was zeigt sich am Beispiel der „weichen Pläne“ und dem Problem zur Steigerung der Arbeitsproduktivität in der DDR? Die bewusste Verbindung zwischen der eigenen Arbeit und der fortschreitenden Entwicklung der Gesamtarbeit und damit der besseren Befriedigung der eigenen Bedürfnisse ist nicht einfach gegeben, sie wächst allmählich mit der Vertiefung des Planungsprozesses, d. h. aus einem spezifischen gesellschaftlichen Umfeld, das hergestellt werden muss. Der Plan erscheint insofern nicht lediglich als ein Verwaltungsmechanismus der Wirtschaft, sondern als ein gesellschaftliches Verhältnis. Das bewusste Verhältnis wird dabei zu einer zentralen Reserve für die Entwicklung der Produktivkraft. Das Beispiel zeigt auch, die Notwendigkeit zur Herausbildung einer „sozialistischen Arbeitsmoral“ stellte sich für die DDR konkret. Hier waren keine Wunder zu vollbringen. Die politische Führung näherte sich diesem Problem mit unterschiedlichen Instrumenten und Versuchen an.
Fazit
Es ließen sich viele weitere Beispiele diskutieren, entlang derer die Frage nach der wachsenden Bewusstheit der Massen als zentrale Herausforderung betrachtet werden kann. Angefangen von der breiten und öffentlichen Diskussion über die Verfassung von 1949 oder der Herausbildung von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften von 1952 bis 1960 und viele mehr. Der Aufbau des Sozialismus in der DDR erforderte die kontinuierlichen Umwälzungen der Arbeits‑, Lebens- und Denkweise der Menschen. Eine permanente Unruhe, die dem einzelnen durchaus lästig werden konnte, weil stets neue Anforderungen zur Strukturveränderung am Arbeitsplatz oder zur Weiterbildung gestellt wurden, ergab sich aus den notwendigen Anforderungen zur Entwicklung neuer Produktionsverhältnisse und einer qualitativ anderen Beziehung des Individuums zur Gesellschaft, die sich allmählich herausbilden musste. Eine Stagnation dieser revolutionären Dynamik, die sich in der DDR unter anderem im Problem der Aktivierung der jüngeren, bereits in der DDR aufgewachsenen Generationen zeigte, behinderte die fortschreitende Entwicklung des Sozialismus. Auf der anderen Seite bestand konkret die Gefahr eines Voluntarismus, d. h. einer ungenügenden Beachtung der subjektiven und objektiven Voraussetzungen für bestimmte Entwicklungen. Hieraus ergab sich ein schmaler Grat für die politische Führung. Voluntarismus einerseits und passiver Selbstlauf andererseits bargen die Gefahr, entweder den Blick für die gesellschaftlichen Realitäten oder die notwendige und aktive Gestaltungsrolle zu verlieren.
In einem grundsätzlichen Sinne bestätigt der hier schlaglichtartige Blick auf konkrete Entwicklungsprobleme und der Konflikt zwischen Einzel- und Gesamtinteressen im Bereich der Planwirtschaft die weitsichtigen theoretischen Annahmen von Marx und Engels über das Neue der sozialistischen Produktionsverhältnisse in der Geschichte der Menschheit. Und abgesehen von einer Annäherung an Probleme, Widersprüche und dem Ursachenkomplex der Niederlage des Sozialismus in Europa, eröffnet dieses Verständnis über das bewusste Element im Bruch mit dem Kapitalismus weitreichende Überlegungen zur aktuellen weltpolitischen Lage.
Während der Aufbau des Sozialismus notwendig behaftet sein musste „mit den Muttermalen der alten Gesellschaft, aus deren Schoß sie herkommt“21, so richtet sich der Klassenkampf heute nicht lediglich gegen die Ausbeutung, sondern auch gegen die Entfremdung im Kapitalismus. In einer Zeit in der eine zugespitzte Entfremdungserfahrung der Massen, die Tore zu Irrationalismus und Faschismus öffnet, wird insofern der Kampf um das bewusste Element zur zentralen Aufgabe, der um historischen Fortschritt ringenden Menschheit.
- Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, In: MEW Bd. 21 (Berlin: Dietz Verlag, 1962), S. 267.[↩]
- Ebd.[↩]
- Ebd.[↩]
- Ebd.[↩]
- Ebd., S. 293.[↩]
- Friedrich Engels, Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft, In: MEW Bd. 19 (Berlin: Dietz Verlag, 1962), S. 206.[↩]
- Ebd.[↩]
- Engels, Feuerbach, S. 296.[↩]
- Karl Marx und Friedrich Engels, Deutsche Ideologie, In: MEW Bd. 3, (Berlin: Dietz Verlag, 1978), S. 30.[↩]
- Engels, Feuerbach, S. 298.[↩]
- Karl Marx, Zur Kritik der Politischen Ökonomie, In: MEW Bd. 13 (Berlin: Dietz Verlag, 1961), S. 9.[↩]
- Engels, Von der Utopie zur Wissenschaft, S. 226.[↩]
- Wladimir Lenin, Rede und Schlusswort über den Frieden, Online: https://www.sozialistischeklassiker2punkt0.de/sites.google.com/site/sozialistischeklassiker2punkt0/lenin/lenin-1917/wladimir-i-lenin-rede-und-schlusswort-ueber-den-frieden.html[↩]
- Georg Klaus (Hrsg.), Manfred Buhr (Hrsg.), Philosophisches Wörterbuch, (Leipzig: VEB Bibliografisches Institut, 1974), S. 449.[↩]
- Willi Ehlert (Hrsg.), Heinz Joswig (Hrsg.), Wörterbuch der Ökonomie des Sozialismus, (Berlin: Dietz Verlag, 1969), S. 321.[↩]
- Vgl. Philipp Kissel, Vom Wiederaufbau zum Eigentum in den Händen des Volkes, Online: https://ifddr.org/vom-wiederaufbau-zum-eigentum-in-den-handen-des-volkes/[↩]
- IFDDR, Junkerland in Bauernhand, Online: https://ifddr.org/publikationen/studies-on-the-ddr/junkerland-in-bauernhand/[↩]
- IFDDR, Interrupted Emancipation: Women and Work in East Germany, Online: https://thetricontinental.org/dossier-74-women-in-the-german-democratic-republic/#toc-section‑4[↩]
- Jörg Roesler, on moral (non-material) work incentives in the German Democratic Republic, Online: https://www.youtube.com/watch?v=64KNDXxTB5k[↩]
- Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, In: MEW Bd. 19 (Berlin: Dietz-Verlag, 1987), S. 21.[↩]
- Marx, Kritik des Gothaer Programms, S. 20.[↩]
